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Natur und Landschaft
in Bad Säckingen

Bad Säckingen liegt in einer sehr attraktiven Natur-und Kulturlandschaft am Rhein. Die Bäderkurstadt legt großen Wert auf eine intakte Natur und Landschaft. Durch entsprechende Schutz- und Pflegekonzepte werden über 10% der Gemarkungsfläche als ökologische Ausgleichsfläche gesichert.

Die vielfältige Landschaft mit dem Hochrheintal, dem Südschwarzwald bzw. Hotzenwald und den Seitentälern bedingt eine äußerst artenreiche Tier- und Pflanzenwelt.

Für den naturinteressierten Besucher lohnt es sich besonders, folgende Lebensräume auf Wanderungen zu erkunden:

• An den Ufern am Rhein bei Obersäckingen und zwischen Bad Säckingen und Wallbach gibt es natürliche Uferwaldbestände. Sie weisen eine besondere Flora und Fauna auf, aus welchem Grund eine Ausweisung als geschützte Grünbestände und z.T. als Biotop nach Landesnaturschutzgesetz erfolgte.

• Zwischen dem Uferwald am Rhein und dem Bergwald oberhalb der Stadt liegt eine breite Buchenwaldzone. Als botanische Besonderheit des Stadtwaldes das Vorkommen der Stechpalme anzusehen. Diese Rote-Liste-Art ist ein Relikt der ehemaligen Wald-Weidehaltung.

• Sonnige Hanglagen wie am Eggberg oder am Röthekopf weisen eine besondere Vegetation auf, die an Wärme und Trockenheit optimal angepaßt ist. Zumeist handelt es sich um niedrigwüchsige Wälder ehemaliger Niederwaldbestände (Eichenschälwälder) oder auch Mittelwälder. Wegen dem Vorkommen des Grünen Besenmooses ist die Egghalde als Schutzgebiet nach der europäischen Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH) ausgewiesen.

• Oberhalb der Stadt trifft man Bergmischwälder bestehend aus Buche, Tanne, Fichte und Bergahorn an. Im schattenreichen Unterwuchs befinden sich verschiedene Farnarten. • Erwandert man die verschiedenen Täler wie das Schöpfebachtal oder das Murgtal, so trifft man urwüchsige Schluchtwälder und interessante Felsformationen an. Beide Täler stehen unter Naturschutz.

• Stadtökologischer Informationspfad: In den Jahren von 1992 bis 1994 erfolgte im Bereich des ältesten Industriegebietes der Stadt (Gewann „Hammermatten“) die Renaturierung des Schöpfebachtals . Es handelt sich um das größte Renaturierungsprojekt der Hochrheinregion und wurde mit maßgeblicher Unterstützung der Allianz-Umweltstiftung realisiert. Nach den Renaturierungsmaßnahmen wurde ein stadtökologischer Informationspfad eingerichtet. Der Wanderweg von etwa 3 km Länge erstreckt sich vom Bahnhof zum Bergsee und informiert an verschiedenen Punkten über Maßnahmen zur ökologischen Aufwertung des Gewässers. Das blaue "Ö" (für Ökonomie und Ökologie) führt den naturinteressierten Besucher an dem Bachlauf entlang und läßt ihn Ökologie erleben.

Renaturierung des Giessenbachs:
Aufgrund der überdurchschnittlichen Aktivitäten im Bereich des Gewässerschutzes und der Gewässerentwicklung wurde Bad Säckingen 1997 vom Ministerium für Umwelt und Verkehr Baden-Württemberg als Modellstadt ausgewählt. Mit Unterstützung der Universität Freiburg und der Fachbehörden wurde untersucht inwieweit es möglich ist Gewässer und insbesondere den ehemaligen Rheinseitenarm („Giessen“) wieder in das Stadtbild einzubinden. Ausführliche Informationen hierzu können der Publikation „Lebensader Wasser in einer modernen Stadt“ , herausgegeben von der Gewässerdirektion Südlicher Oberrhein/Hochrhein, entnommen werden. Die Gewässerfachplanung sah vor, einen Teil des Schöpfebachwassers im Bereich des Sennhofs abzunehmen und soweit möglich offen im ehemaligen Giessenbett zum Rhein abzuleiten. Nicht verunreinigtes Regenwasser wird ebenfalls in den Gewässerlauf eingeleitet. Die Umsetzung des Gesamtprojektes erfolgte in verschiedenen Bauabschnitten : BA I : Rheinmündung bis Zollanlage - dieser Bauabschnitt wurde im Sommer 2001 fertiggestellt und im Spätherbst mit Unterstützung der Jugendfeuerwehr Bad Säckingen mit heimischen Baum-und Strauchgehölzen bepflanzt.
BA II : Zollanlage bis Giessenstraße (Baugebiet „Rhein-Au“): 2003 wurden die ingenieurtechnischen Arbeiten zur Anlage des Gewässerbetts durchgeführt. Die landschaftgärtnerischen Bepflanzungsarbeiten wurden im Herbst mit Schülern der Rudolf-Graber-Schule ausgeführt. BA III : Giessenstraße bis Scheffelstraße (Fridolin-Jehle-Weg) : der Verlegung einer Rohrleitung im Jahr 2004 schloß sich eine landschaftsgärtnerische Neuanlage an. BA IV : Scheffelstraße bis Ballyweg (Lohgerbe) : mit dem Neubau des Geschäftszentrums wurden die Rohrleitungen im Jahr 2001 verlegt.
BA V : Ballyweg bis Sennhof (Bahnunterführung) : die Leitungsverlegung erfolgte im Jahr 2004. Seit Ende 2004 wird wieder Wasser aus dem Einzugsgebiet des Heidenwuhr-/Schöpfebachsystems über den reaktivierten und renaturierten Giessenbachn den Rhein zugeführt.

Tierwelt
Als Vertreter der sehr reichhaltigen vertretenen Tierwelt seien nur die Vögel und die Insekten genannt. Über 100 verschiedene Vogelarten können festgestellt werden. Aus der überaus reichen Insektenwelt werden nur zwei Raritäten erwähnt : Unter den Käfern ist besonders Bembidion latinum erwähnenswert. Es handelt sich um einen kleinen Laufkäfer, der zum erstenmal in Deutschland gefunden wurde. Eine weitere zoologische Seltenheit ist der Nachtkerzenschwärmer, eine Schmetterlingsart der Roten Liste.

Bad Säckingen zeichnet sich durch besondere Umweltaktivitäten in folgenden Bereichen aus:
Natur und Landschaft
Die vereinbarte Verwaltungsgemeinschaft Bad Säckingen mit Bad Säckingen, Murg, Rickenbach und Herrischried legte als eine der ersten Gemeinden Baden-Württembergs einen Landschaftsplan vor. Diese Planung wurde von einer Projektgruppe aus Fachbehörden, Verbänden und fachkundigen Bürgern gefertigt und im Jahr 2001 auf den neuesten Stand gebracht. Im Verwaltungsraum Bad Säckingen sind folgende Bereiche unter Schutz gestellt worden : (Schutzkategorie Fläche in ha/ Anzahl )
- Naturschutzgebiete 64,7 /  3
- Flächenhafte Naturdenkmale 5,47 /  4
- Landschaftsschutzgebiete 1.250,00 / 4
- Schonwälder 143,1 / 5 - § 32-Biotope 398,9 / 743
- Waldbiotope 726,5 / 347

Sonstiges:
- Naturdenkmale (Einzelobjekte) 44
- Geschützte Grünbestände sowie vertragliche Vereinbarungen zwischen Baumbesitzern und der Gemeinde Murg 38
- Vertragsnaturschutz/ Grünlandprogramm Pflegefläche 233,3

Summe : 2.821,97 / 1.188
= 23,8 % der Gesamtfläche der Verwaltungsgemeinschaft

Der gemeinsame Ausschuß der Verwaltungsgemeinschaft hat im Jahr 2003 beschlossen diese Fachplanung in den Flächennutzungsplan zu integrieren. Somit erlangt diese Planung Rechtswirksamkeit.

Aus der Landschaftsplanung wurden Fachkonzepte für die einzelnen Bereiche der Verwaltungsgemeinschaft entwickelt, u.a :
- Die Kurortentwicklungspläne der Stadt Bad Säckingen von 1972, 1980 und 2002
- Die gesamtstädtische Grünkonzeption Bad Säckingen von 1980, die 1989 und 2002 fortgeschrieben wurde.
- Die Planung der Grünverbindung zwischen der Stadt und dem Rhein im alten Giessenbett von 1987
- Das Renaturierungskonzept für das Gewässersystem Heidenwuhr/Schöpfebach 1994
- Die im Rahmen eines Modellprojektes wurde 1996 eine Satzung zur Festlegung von Nichtaufforstungs- und Aufforstungsgebieten in den Ortsteilen Harpolingen und Rippolingen erarbeitet und vom Gemeinderat verabschiedet.  Auf diese Weise wurde ein rechtsverbindlicher Schutz der charakteristischen und abwechslungsreichen Hotzenwaldlandschaft erreicht. in den Gemeinden Murg und Rickenbach wurden entsprechende Satzungen auf den Weg gebracht.
- Das Landesmodellprojekt zum Gewässerschutz von 1997.
- Die modellhaften Grünordnungspläne für die Neubaugebiete „Kurgebiet II“ und „Rhein-Au“ 1992 bzw. 1996

Klimaschutz / Energieversorgung / Luftreinhaltung
Bad Säckingen zeichnet sich seit über 20 Jahren durch seine eigenständige Energiepolitik aus, insbesondere im Bereich der Energieversorgung und des Klimaschutzes. 1996 wurde ein internationaler kommunaler Klimaschutzkongress mit dem Umweltministerium Baden-württemberg veranstaltet.
Merkmale der kommunalen Energiepolitik sind u.a. :
- sparsamer und effizienter Energieeinsatz,
- Nutzung regenerativer Energien ,
- umweltorientierte Siedlungsplanung. Beispiele: Blockheizkraftwerk im Kurzentrum, Wärmepumpenzentrale beim Rheinkraftwerk Säckingen, Anschluß- und Benutzungszwang für Fernwärme, Ausbau der Gasversorgung, Niedrigenergie-Bauweise, Zwei Holzheizwerke, Biogasnutzung beim Klärwerk, Solarenergienutzung SWS-Gebäude, Photovoltaikanlagen Hans-Thoma-Schule und Parkhaus Lohgerbe, Kommunales Energiemanagement, Regionales Energieinformations-und Beratungszentrum (REB), Kommunales Handlungsprogramms zum Klimaschutz und zur Ressourcenschonung. Das städtische Energieversorgungskonzept sieht den Einsatz von umweltverträglichem Erdgas und die Nutzung von Abwärme vor. Es sichert eine wirtschaftliche und umweltverträgliche Energieversorgung, schont fossile Brennstoffe und verringert die Abhängigkeit von fremdbestimmten Energiepreisen. Der Einsatz von Holz als Brennstoff und nachwachsender Rohstoff entlastet die Umwelt und stärkt die regionale Wirtschaft.

Verkehr
Seit Jahren wird die Ausweitung verkehrsberuhigter Zonen und Fußgängerzonen betrieben. Heute hat Bad Säckingen eine der größten Fußgängerzonen der Region.

Zu den ÖPNV- Angeboten gehören : Citybus der Stadtwerke Bad Säckingen GmbH, Busverkehr SBG, Deutsche Bahn AG.

Wasser / Abwasser Für die Wasserversorgung sind die Stadtwerke Bad Säckingen GmbH zuständig. Durch Kauf und Pacht von Grundstücken und deren extensiver Bewirtschaftung wird vorsorgender Grundwasserschutz betrieben. 

Über eine ökologische Niederschlagswasserbewirtschaftung u.a. die Begrenzung der Bodenversiegelung , die Sammlung und Nutzung von Regenwasser , die Niederschlagswasserversickerung, die Renaturierung von Gewässern, die Einleitung von Dachablaufwasser in Gewässer sowie Begrünung von Grundstücken, Fassaden und Dächern wird der oberflächliche Abfluß reduziert und dadurch das Kanalsystem und die Kläranlagen entlastet. Mit der Einführung einer gesplitteten Abwassergebühr soll die ökologische Regenwasserbehandlung vorangetrieben werden.

In den letzten Jahren erfolgte eine umfassende Modernisierung der Zentralkläranlage sowie der Anschluß der Ortsteilkläranlagen von Wallbach und Rippolingen.
In der 1997 errichteten Klärschlammtrocknungsanlage werden die im Landkreis Waldshut anfallenden Klärschlämme entwässert und als Brennstoff an die Zementindustrie weitergegeben. Bad Säckingen bildet mit den Schweizer Nachbargemeinden einen Abwasserzweckverband ,d.h. Abwasser aus der Schweiz wird in das Zentralklärwerk Bad Säckingen geleitet und dort gereinigt.

Beschaffungswesen Bei der Beschaffung werden umweltorientierte Vergaberichtlinien z. B. Verzicht auf PVC-haltige Produkte und Tropenholz im Bauwesen, Förderung der Verwendung und Verarbeitung von heimischem Holz berücksichtigt.

Abfall Für die Abfallwirtschaft ist der Landkreis Waldshut zuständig. Zu den kommunalen, freiwilligen Aktivitäten gehören z.B. : -Einführung von Wertstoffsammlungen (z. B. Milchproduktbecher, Korken, Brillen, Schuhe, Ziegel) - Kompostierung von Grünabfällen in der Stadtgärtnerei - Austragung von Ausstellungen, Wettbewerben, Vortragsveranstaltungen.

Öffentlichkeitsarbeit / Dokumentation
Die Öffentlichkeitsarbeit ist sehr vielfältig:
Veranstaltung von Kongressen (z. B. Internationaler Klimaschutzkongreß), Tagungen (z. B. Nutzung von Holz, Baubiologie), Wettbewerben (z. B. Naturnahe Gartengestaltung, Umweltschutz im Einzelhandel, Entente Florale ) und Ausstellungen (z. B. Heidenwuhr - Schöpfebach - Bergsee - Im Wandel der Zeit, Agenda 21 ), Aktionen (z.B. Mobil ohne Auto, SlowUp) Veröffentlichung von Broschüren, Informationsmaterialien sowie Umwelt-Tipps, Videodokumentationen (Renaturierung des Schöpfebachtals).

Das hervorragende Abschneiden der Stadt bei kommunalen Umweltwettbewerben dokumentiert ihre Vorreiterrolle auf Landes- und Bundesebene.
1989 Sieger beim Umweltwettbewerb des Südwestfunks "Stadtfrosch"
1996 10. Platz beim Bundeswettbewerb der Deutschen Umwelthilfe *
1997 11. Platz beim Bundeswettbewerb der Deutschen Umwelthilfe *
2001 Silbermedaille beim Bundeswettbewerb der Entente Florale „Unsere Stadt blüht auf“
2002 Goldmedaille beim Bundeswettbewerb der Entente Florale „Unsere Stadt blüht auf“
2003 Goldmedaillie beim Europawettbewerb der Entente Florale als einziger Stadtvertreter Deutschlands ( in der Dorfkategorie gewinnt Neuenweg am Belchen die Silbermedaille)
2006 Austragung der Preisverleihung von Entente Florale Europa in Bad Säckingen
2009 2. Bundessieger   beim Wettbewerb der Deutschen Umwelthilfe "Klimaschutzkommune 2009" .                                                                    

 
 
 
 

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