Agenda Lexikon
Agenda stammt aus dem Lateinischen und bedeutet - Was zu tun ist.
Agenda 21 / Lokale Agenda 21
Sinngemäß bedeutet Agenda 21 also: "Was für
das 21. Jahrhundert zu tun ist".
Die Agenda 21 ist 1992 auf der Konferenz der Vereinten Nationen
für Umwelt und Entwicklung 1992 in Rio de Janeiro erarbeitet
worden. In einer Bestandsaufnahme nennt die Agenda 21 diejenigen
Probleme, die der Zukunft der Menschheit im Wege stehen. Aus den
Problemen wird ein umfangreiches Aktionsprogramm abgeleitet, das
eine weltweit nachhaltige und zukunftsfähige Entwicklung sicherstellen
soll.
Drei Säulen kennzeichnen die Agenda 21: Ökonomie, Ökologie
und Soziale Fragen. Sie stehen gleichberechtigt nebeneinander mit
dem Ziel, eine nachhaltige Entwicklung zu garantieren, damit auch
zukünftige Generationen eine Welt vorfinden, in der sie ohne
Einschränkungen leben können.
Die Ziele der Agenda 21 sind auf globaler Ebene formuliert. Die
Umsetzung muss und kann allerdings vor allem "vor Ort",
also auf der lokalen Ebene erfolgen. Die Erarbeitung einer lokalen
Agenda hat nicht nur das Ziel, der Gemeinde eine zukunftsfähige
Struktur zu geben, der Weg dorthin ist in seiner Form bereits nachhaltig.
Die Lokale Agenda 21 ist daher gleichzeitig Prozess und Ziel.
Agenda 2000
Im Unterschied zur Agenda 21 ist die Agenda 2000 ein Strategiepapier,
in dem die globalen Entwicklungsperspektiven, die Politik nach der
Jahrtausendwende, die erweiterungsbedingten Probleme und der finanzielle
Rahmen der Europäischen Union formuliert sind. Die Agenda 2000
wurde im Juli 1997 vom Präsidenten der EU-Kommission Jacques
Santer vorgelegt. Ein Schwerpunkt ist die Reform der gemeinsamen
Agrarpolitik.
Bausteine einer nachhaltigen Entwicklung
Verschiedene Möglichkeiten zur Förderung der nachhaltigen
Entwicklung sind z. B.: sparsamer Umgang mit Energie, Nutzung von
Sonnenenergie, Ausbau und Nutzung des ÖPNV, Bevorzugung von
Produkten, die ohne lange Transportwege in der Region verfügbar
sind.
Belastbarkeit der Umwelt
Es dürfen nur so viele Schadstoffe in die Umwelt entlassen
werden, wie dort aufgenommen, gebunden und neutralisiert werden
können. Werden mehr Schadstoffe in die Umwelt abgegeben, kommt
es zu schwerwiegenden Störungen. Die Ursachen von Treibhauseffekt,
Ozonloch oder Waldsterben werden wissenschaftlich immer wieder neu
diskutiert. Unabhängig vom Ausgang des im Jahre 1997 wieder
aufgelebten Expertenstreits kann nichts vernünftiger sein,
als weitgehend den Schadstoffausstoß in die Atmosphäre
zu vermindern.
Biologische Vielfalt
bezeichnet die Vielfalt und Variabilität von Genen, Arten,
Populationen und Ökosystemen. Die natürlichen Ökosysteme
der Wälder, Savannen, Gras- und Weideflächen, Wüsten,
Tundren, Flüsse, Seen und Meere beheimaten den größten
Teil der biologischen Vielfalt unserer Erde. Auch die Felder des
Bauern und die Gärten sind als Reservoir enorm wichtig.
Biomärkte
Erzeugermärkte in vielen Städten, auf denen Produkte aus
ökologischem und regionalem Anbau angeboten werden.
Biotope
Lebensraum von Tieren und Pflanzen mit einheitlichen Lebensbedingungen.
Wälder, Moore, Flussauen oder schon Wassertümpel sind
Biotope mit wichtigen, speziellen Funktionen im vielfältig
vernetzten System unserer Umwelt. Hecken z. B. bieten einerseits
Nistplätze und verringern andererseits den Verlust wertvollen
Ackerbodens durch Winderosion. Schilfgürtel tragen zur Sauberhaltung
von Gewässern bei.
Brundtland-Bericht
Der 1987 von der Weltkommission für Entwicklung und Umwelt
unter der Leitung der damaligen norwegischen Ministerpräsidentin
Brundtland vorgelegte Bericht gilt als Vorläufer und Wegbereiter
der Agenda 21.
Bürgerbeteiligung
Eine der Grundvoraussetzungen für die Erzielung einer nachhaltigen
Entwicklung ist die umfassende Beteiligung der Öffentlichkeit
an der Entscheidungsfindung. Alle Versuche, tiefgreifende Änderungen
ohne Zustimmung der Bevölkerung in Angriff zu nehmen, bleiben
erfolglos. Die Mitarbeit der Menschen vor Ort ist deshalb nicht
nur erwünscht, sie ist notwendig. Die Agenda 21 verlangt die
Beteiligung aller Gruppen der Gesellschaft. Ganz besonderes Augenmerk
wird auf die Beteiligung jener Gruppen gelegt, die in den üblichen
Gremien nicht genügend vertreten sind: z. B. Frauen, Mütter,
Väter, Jugendliche, SeniorInnen, ArbeitnehmerInnen, Behinderte,
MigrantInnen.
Car-Sharing
sinngemäß: "ein Auto teilen". Dies wird in
mehr als 250 Städten Deutschlands bereits praktiziert. Bei
effektiver Nutzung ersetzt ein Car-Sharing-Auto etwa sechs private
Pkw. Es werden weniger Parkflächen benötigt, die verkehrsbedingten
CO2-Emissionen erheblich verringert und die Nutzer sparen die Kosten
für die Fahrzeughaltung.
Ehrenamtliches Engagement
Während bei Spendenaufrufen in Deutschland außerordentlich
hohe Geldbeträge zusammen kommen, geht das persönliche
Engagement zurück. So haben Vereine, Kirchen, Gewerkschaften
und andere auf ehrenamtlichens Engagement angewiesene Institutionen
große Probleme, Menschen zu gewinnen, die sich für die
Gesellschaft insgesamt einsetzen möchten.
Eine-Welt-Läden
bieten Waren aus "Fairem Handel" an.
Fair gehandelte Produkte
Das auf dem Weltmarkt ständig schwankende und insgesamt niedrige
Preisniveau für Kaffee, Kakao, Tee, Gewürze und andere
Produkte hat in vielen Erzeugerländern zu Armut, schlechten
Arbeitsbedingungen und eingeschränkten Entwicklungschancen
für einen Großteil der einheimischen Bevölkerung
geführt.
Beim Direkthandel mit Erzeugergemeinschaften in der Dritten Welt
soll der im "fairen Handel" gezahlte Marktpreis direkt
zur Verbesserung der Lebensbedingungen der Produzenten verwendet
werden.
"Fifty-Fifty" an Schulen
Zuerst in Hamburg und München, mittlerweile auch in kleinen
und mittleren Städten in Zusammenarbeit mit Lehrern, Schülern
und Hausmeistern erfolgreich durchgeführte Projekte, wo nach
gemeinsamen Bemühungen zur Energie- und Wassereinsparung der
Schulträger zugesagt hat, das eingesparte Geld zur Hälfte
direkt den Schulen zur Verfügung zu stellen. Die Einsparungen
sind erheblich!
Klimabündnis
Das Klimabündnis europäischer Städte mit den eingeborenen
Völkern des Regenwaldes ist ein 1990 gegründetes europäisches
Städtenetzwerk, an dem sich bis heute mehr als 800 Kommunen
beteiligen. Die Kommunen binden sich mit ihrem Beitritt an die Selbstverpflichtung,
den Ausstoß klimabeeinflussender Gase wie CO2, Nox, SO2 und
FCKW zu verringern und die indigenen Völker bei der Erhaltung
des Regenwaldes zu unterstützen.
Konsultationsprozess
In dem von der Agenda 21 geforderten Konsultationsprozess verständigen
sich alle Partner. Bürgerschaft, Gemeinderat und Verwaltung
befragen und beraten sich, tauschen sich aus, suchen Lösungen
für das Umsetzen gemeinsamer Ziele. Das Ergebnis sollte ein
Konsens aller Beteiligten sein.
Konsum und Lebensstil
Die Hauptursache für die allgemeine Zerstörung der globalen
Umwelt ist in den nicht nachhaltigen Verbrauchs- und Produktionsmustern
zu sehen, die in Entwicklungsländern zunehmende Armut und Ungleichgewichte
verursachen. Es geht nicht darum, auf Konsum zu verzichten und auf
den Lebensstandard eines Entwicklungslandes zurückzufallen.
Der verschwenderische Umgang mit Ressourcen, Material und Arbeitsproduktivität
passt nicht länger in die heutige Zeit. Bewußtsein, Einsparung,
Langlebigkeit der Produkte, Erhöhung der Effizienz und Wiederverwertung
gebrauchter Materialien sind gefordert.
Kriterien einer gesunden Stadt
Die Stadt muss als ein wichtiger Lebens- und Wirtschaftsraum des
Menschen erhalten und weiterentwickelt werden. Eine gesunde Stadt
zeichnet sich aus durch: sich stützende Gemeinschaften / Nachbarschaften,
ein hohes Maß an öffentlicher Kontrolle von Entscheidungen,
die die Gesundheit der BürgerInnen beeinflussen, die Gewährleistung
der Grundbedürfnisse Wasser, Unterkunft, Einkommen, Sicherheit
und Arbeit, den Zugang für alle zur breiten Vielfalt an Erfahrungen,
Kenntnissen und Dienstleistungen, eine vielfältige, vitale
und ökologische Wirtschaft, die Förderung des Umgang mit
dem eigenen kulturellen Erbe und dem anderer ethnischen Gruppen,
ein optimales, für jedermann zugängliches Maß an
öffentlicher Gesundheits- und Krankenversorgung.
Langlebigkeit der Produkte
Eigenschaft der Gebrauchsgegenstände, die eine lange Lebensdauer
besitzen. Sie sind reparaturfähig, wartungsfreundlich und aus
Rohstoffen hergestellt, die wiederverwertbar sind. Wenn die Entwicklung
zur "Wegwerf-Gesellschaft" rückläufig gestaltet
werden soll, darf nicht länger für die Müllhalde
produziert werden. Die Verbraucher können durch ihre Kaufentscheidungen
hier erheblichen Einfluss ausüben. Aber auch die Unternehmen
stehen in der Pflicht und tragen eine Mitverantwortung bei der Herstellung
von Konsumgütern.
Mobilität
Beweglichkeit von Menschen und der Transport von Gütern und
Dienstleistungen. Die Agenda 21 strebt eine alternative Mobilität
an, die eine Verringerung der negativen Auswirkungen auf die Umwelt,
wie z. B. Schadstoffemissionen, Lärm und Erschütterungen,
bewirkt. Dabei soll die Lebensqualität erhalten bleiben, ohne
die Mobilitätserfordernisse und bedürfnisse der BürgerInnen
einzuschränken. Verminderung der Abhängigkeit vom privaten
Pkw durch Angebote, wie Car-Sharing, Mobilitätszentralen, Jobtickets,
Verkehrsverlagerung zu umweltfreundlichen Verkehrsträgern (ÖPNV).
Mobilitätszentrale
Anlaufstelle zur gezielten, umfassenden Information über das
vollständige regionale und überregionale Verkehrsangebot
im Bereich des öffentlichen Personennahverkehrs. Als Serviceeinrichtung
kann sie vielfältige Alternativen für die individuellen
Bedürfnisse der Fahrgäste bereithalten (z. B. Auskünfte
zu Fahrplänen, Mobilitätsberatung, Zustell- und Kurierdienste,
Fahrradverleih und -reparatur, Reisebüro, Mitfahrzentrale,
Car-Sharing). In vielen deutschen Städten sind diese Einrichtungen
bei den städtischen Verkehrsbetrieben angesiedelt.
Nachhaltigkeit
Das eigentliche Zauberwort und der Schlüsselbegriff in der
deutschen Agenda 21-Debatte. Neben "Zukunftsfähigkeit"
eine der Übersetzungen von sustainable development. Das Konzept
der Nachhaltigkeit lässt sich bis ins 14. Jahrhundert zurückverfolgen.
Schon damals existierte eine nachhaltige Forstwirtschaft, die darauf
basierte, nicht mehr Holz zu schlagen, als nachwächst.
Nachhaltige Entwicklung
(im Englischen "Sustainable development") ist eine Entwicklung,
die die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne zu riskieren,
dass künftige Generationen ihre eigenen Bedürfnisse nicht
befriedigen können. Die Schonung natürlicher Ressourcen
und der Schutz der Umwelt, die Verwirklichung gesellschaftlicher
Werte und die Gerechtigkeit innerhalb der lebenden und gegenüber
künftiger Generationen sollen mit einer gesunden wirtschaftlichen
Entwicklung verbunden werden.
Naturschutz
hat u. a. die Aufgabe, gefährdete und vom Aussterben bedrohte
Tier- und Pflanzenarten zu schützen und zu erhalten sowie entsprechende
Landschaften und Lebensräume von einer intensiven Bewirtschaftung
auszuschließen.
Öko-Audit
basiert auf einer Verordnung der Europäischen Gemeinschaft
vom 29.06.1993. Es wird an Unternehmen vergeben, die sich freiwillig
einer Umweltbetriebsprüfung unterzogen haben. Das Zertifikat
ist nach drei Jahren erneut zu beantragen. Inzwischen führen
vermehrt auch Kommunen, kommunale Unternehmen sowie Dienstleistungsunternehmen
Öko-Audits durch.
Ökologischer Landbau
Die Wirtschaftsweise des ökologischen Landbaus versucht, in
möglichst geschlossenen Kreisläufen das Zusammenwirken
zwischen Boden - Pflanze - Tier - Mensch zu verbinden. Ziel ist
die umweltschonende, energie- und rohstoffsparende Produktion von
gesunden Lebensmitteln mit bevorzugter Vermarktung in der Region.
Nicht zugelassen sind leichtlösliche Mineraldünger, chemische
Schädlingsbekämpfungsmittel sowie Hormone und Antibiotika.
Ökologisches Bauen
Bei der Stadt- und Siedlungsentwicklung wird in stärkerem Maße
die Balance zwischen ökonomischen, ökologischen und sozialen
Erfordernissen berücksichtgt, wobei dem Erhalt vor einem Neubau
der Vorrang gebührt. Möglichst wenig unbebaute Flächen
sollen neu bebaut werden. Weiterhin: Rückbau der Flächenversiegelung,
Ausgleich des Flächenverbrauches durch Dach- und Fassadenbegrünung,
Einsatz von schadstoffarmen, naturnahen, trenn- und wiederverwertbaren
Baustoffen, Anwendung erneuerbarer Energieträger.
Ökologische Zukunftsbeständigkeit
Erhaltung der Artenvielfalt sowie die Sicherung der Luft-, Wasser-
und Bodenqualität. Maßnahmen, die erforderlich sind,
um das Leben und das Wohlergehen der Menschen sowie das der Tiere
und Pflanzen für die Zukunft zu sichern.
Ökosystem
Es stellt eine funktionelle Einheit von Lebewesen und natürlicher
Umwelt dar, die sensibel auf Veränderungen (z. B. Umweltverschmutzungen)
reagiert.
ÖPNV
Der öffentliche Personennahverkehr muss für die Fahrgäste
eine attraktive, ökologische Alternative zum motorisierten
Individualverkehr sein.
Partizipation
bildet die Basis eines Lokalen Agenda 21-Prozesses. Er beinhaltet
eine breite, aktive Mitarbeit der BürgerInnen an der Entwicklung
von zukunftsfähigen, lokalen Handlungskonzepten ihrer Kommune.
Es sollen möglichst viele gesellschaftliche Gruppen ihre Erfahrungen,
Meinungen und Vorstellungen bei der Gestaltung einbringen können.
Regenerative Energien
sind Energieträger, die nach menschlichem Ermessen unendlich
zur Verfügung stehen. Dazu zählen Sonnen-, Wind- und Gezeitenenergie
sowie Wasserkraft, Erdwärme und Biomasse.
Regionale Kreisläufe
Unter regionalen Kreisläufen wird das Ineinandergreifen von
Produktionsprozessen verschiedener regionaler Unternehmen verstanden.
Abfälle und anfallende Nebenprodukte von Unternehmen sind die
Rohstoffe für andere Unternehmen. Durch die Verknüpfung
dieser regionalen Stoffströme gehen die Unternehmen schonend
mit Ressourcen um. Darüber hinaus verringern sie durch das
geringe Transportaufkommen den Ausstoß von Schadstoffemissionen.
Regionalvermarktung
Unter dem Motto "Aus der Region für die Region" entstehen
in vielen Städten und Gemeinden im Rahmen von Agenda-Projekten
Kooperationen zwischen Erzeugern (z. B. Bauern, Bäcker) Handel
und Verbrauchern. Das gibt den Verbrauchern die Möglichkeit,
nicht nur den Transportaufwand zu reduzieren, sondern auch daran
mitzuwirken, die Wirtschaft in der Region in Schwung zu halten.
Renaturierung
Mit der Rückwandlung einer stark zerstörten Landschaft
in eine naturnahe Landschaft soll der Rückgang der biologischen
Vielfalt gebremst werden.
Ressourcenverbrauch
Begrenzte Rohstoffe, die sich nicht neu bilden können, dürfen
der Natur nicht schneller entnommen werden, als ihr Verbrauch durch
dauerhaft verfügbare Alternativen ersetzt werden kann.
Sanfter Tourismus
Tourismusformen, die dem gestiegenen Umwelt- und Gesundheitsbewusstsein
Rechnung tragen. Sowohl Anbieter als auch Touristen haben einen
erheblichen Entscheidungsspielraum über das Ausmaß der
Umweltbelastung, die mit Reisen und Erholung verbunden ist. Es ist
möglich, sich auch im Urlaub umwelt- und sozialverträglich
zu verhalten (z. B. Wahl der Ziele und Verkehrsmittel, Besucherlenkung,
Angebot regionaler Produkte, Schutz der Natur, Erholungsmöglichkeiten
im Nahbereich). Dazu gehören auch intelligente Angebote von
Reiseunternehmen, Hotels etc., den Gästen mit attraktiven Angeboten
die Nutzung von umweltfreundlichen Verkehrsmitteln schmackhaft zu
machen.
Soziale und wirtschaftliche Dimension
Dazu gehören z. B. Armutsbekämpfung, Veränderung
der Konsumgewohnheiten, Schutz und Förderung der menschlichen
Gesundheit, Stärkung der örtlichen Wirtschaft, Schaffung
von Arbeitsplätzen, Bemühungen um Ausbildungsplätze
für Jugendliche, Integration von Minderheiten, nachhaltige
Siedlungsentwicklung, Internationale Zusammenarbeit.
Stärkung der Rollen wichtiger Gruppen
Eine der Grundvoraussetzungen für die Erzielung einer nachhaltigen
Entwicklung ist die umfassende Beteiligung der Öffentlichkeit
an der Entscheidungsfindung: Frauen, Kinder und Jugendliche, nichtstaatliche
Organisationen, Arbeitnehmer, Gewerkschaften, Privatwirtschaft,
Bauern, Wissenschaft und Technik.
Treibhauseffekt
ist normalerweise eine natürliche Erscheinung und eine wichtige
Voraussetzung für das Leben auf der Erde. Ohne den Treibhauseffekt
würde die durchschnittliche Jahrestemperatur auf der Erde nur
- 18 ° C (statt 15 ° C) betragen. Der Mensch hat mit seinen
wirtschaftlichen Tätigkeiten diesen natürlichen Treibhauseffekt
gestört. Durch das Verbrennen von fossilen Energieträgern
wie Kohle, Erdöl und Erdgas, durch die zunehmende Industriealisierung,
aber auch durch die Vernichtung des Waldes hat der Anteil an CO2
in der Atmosphäre zugenommen. Ohne Maßnahmen zur Reduzierung
des CO2-Ausstoßes aus Industrie, Haushalt, Landwirtschaft
usw. erwarten Klimaexperten in den nächsten Jahrzehnten einen
weltweiten Temperaturanstieg von 1,5 - 3,0 ° C mit all seinen
negativen Folgen.
Umweltmanagement-Systeme in der Wirtschaft
Die Einführung von Umweltmanagement-Systemen ist in Deutschland
relativ weit fortgeschritten. Von geschätzten 7.500 Unternehmen,
die heute weltweit über ein Zertifikat nach ISO 14001 verfügen,
entfallen ca. 1.000 auf Deutschland. Zum Vergleich: Japan 1.400,
Großbritanien 1.000, USA 210 Unternehmen.
Versiegelte Flächen
Flächen, die mit Gebäuden und Straßenbelägen
bebaut wurden, lassen die Versickerung des Regenwassers nicht mehr
oder nur im geringen Maß zu. Mit zunehmender Flächenversiegelung
verringert sich die biologisch produktive Fläche einer Kommune
zum Nachteil der Umweltbedingungen.
Wirtschaft
Nur eine gesunde Wirtschaft ist in der Lage, den Menschen einer
Kommune ein Auskommen zu sichern und die Güter und Dienstleistungen
bereitzustellen, die für das tägliche Leben erforderlich
sind oder es zumindest angenehmer machen. Nur eine gesunde Wirtschaft
liefert darüber hinaus die notwendigen Einnahmen für die
Kommune, damit diese ihre eigenen, gemeinschaftlichen Aufgaben verantwortlich
erfüllen kann.
Zukunftsfähiges Wirtschaften
Das machen wir doch schon, lautet die Antwort, wenn man sich mit
Führungskräften aus der Wirtschaft unterhält. Und
zum Teil haben sie recht: Der Himmel über der Ruhr hat seine
blaue Farbe zurückgewonnen, das Rheinwasser ist sauberer geworden
und in den vergangenen Jahren sind die Schadstoff-Emissionen der
Industrie drastisch zurückgegangen. Hinzu kommt, dass einige
größere Unternehmen schon frühzeitig demonstrierten,
dass der betriebliche Umweltschutz sich auch konkret rechnet. Obwohl
die meisten ökoauditierten Unternehmen Europas sich in Deutschland
befinden, bleibt allerdings noch viel zu tun.
Zukunftsfähigkeit
Künftige Generationen sollen gleiche Lebenschancen haben. Jede
Generation hat die Erde treuhänderisch zu nutzen und den nachfolgenden
Generationen eine möglichst intakte Natur zu hinterlassen.
Jeder Mensch hat das Recht auf eine intakte Umwelt und damit auch
die Pflicht, die Ressourcen nur soweit in Anspruch zu nehmen, wie
die Natur dadurch nicht geschädigt wird.